
Es gibt viel über Yoga zu erzählen, eins ist aber sicher. Yoga ist weder „öko“ noch „hip“. Yoga ist keine Religion, keine Artistik und kein sportlicher Wettbewerb. Yoga ist ein Übungssystem, das über Jahrtausende in Indien entwickelt wurde und heute weltweit praktiziert wird. Besonders in der heutigen Zeit, in der ständig alles schneller und besser sein muss, in der Selbstbestimmung zu oft Fremdbestimmung weicht, bietet Yoga den perfekten Ausgleich. Im weiteren möchten wir nun über die unterschiedlichen Ausprägungen des Yoga berichten, so daß man einen ersten Eindruck gewinnen kann, was Yoga eigentlich ist.
Die meisten heutigen Yoga-Meister empfehlen den ganzheitlichen Yoga, eine Kombination der verschiedenen Yoga-Wege: Hatha Yoga entwickelt den physischen Körper, Kundalini Yoga den Energiekörper, Bhakti Yoga den Gefühlskörper, Raja Yoga die Psyche, Jnana Yoga Intellekt und Intuition und Karma Yoga hilft, alles ins tägliche Leben zu integrieren. So ist Yoga ein wahrhaft ganzheitliches, umfassendes System. Jeder kann dabei herausfinden, was für sie/ihn am hilfreichsten ist.
ist der Yoga der Energie. Kundalini Yoga beschreibt den Astralkörper mit seinen Chakras (Energiezentren) und Nadis (Energiekanälen). Kundalini Yoga gibt Übungen, welche den Astralkörper reinigen, unsere Lebensenergie (Prana) stark erhöhen, die Chakras harmonisieren und öffnen.
ist der Yoga des Wissens. Jnana Yoga ist der philosophische Teil des Yoga. Jnana Yoga stellt Fragen wie: Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was ist der Sinn des Lebens? Was ist wirklich? Was ist Glück? Im Jnana Yoga werden Karma und Reinkarnation erklärt und Meditationstechniken gegeben, um die Wahrheit in sich selbst intuitiv zu erfahren.
Karma Yoga ist der Yoga der Tat. Karma Yoga lehrt, das Schicksal als Chance zu begreifen. Karma Yoga gibt uns Techniken, Entscheidungen richtig zu treffen und jeden Teil unseres Lebens zu spiritualisieren. Karma Yoga ist auch der Yoga des selbstlosen Dienstes. Karma Yoga hilft, die Grenzen des eigenen Egos zu transzendieren und sich eins mit allen Wesen zu fühlen.
Ashtanga bedeutet „achtgliedriger Weg“ (Asht=Acht; Anga=Glieder) und ist ein wirklich übergeordneter Begriff. Ashtanga bezieht sich auf den alten philosophischen Pfad des Patanjali. Dieses überlieferte Yoga System, aus dem sich alle modernen, dynamischen Yoga Formen, wie z.B. Poweryoga, entwickelt haben. Geübt wird in festgelegten Serien, synchron zur Atmung (Vinyasa). Das wohl schweißtreibendste Yoga unter allen Yoga Praktiken.
Mysore ist die Urform aller modernen, dynamischen Yoga Richtungen, im traditionellen Stil von Sri K. Pattabhi Jois.Hier übt jeder in seinem eigenen Rhythmus und entscheidet selbst über das Tempo und die Intensität der eigenen Yogapraxis. Die Lehrer unterstützen den aktuellen Übungsstand durch persönliche Korrekturen, Hilfestellungen und Erklärungen und erweitern die Serie um weitere Asanas. Diese Unterrichtstechnik ist typisch für den Ashtanga-Yoga und wird weltweit so praktiziert.
Beim Vinyasa Yoga geht es um eine besonders fließende Ausübung der Asana, das bedeutet, die Übergänge von einer Übung in die nächste passieren kraftvoll und fließend. Das setzt eine gute körperliche Konstitution voraus.
Ist eine abgewandelte Form des Vinyasa, entwickelt von Bryan Kest in den USA.
Der Mensch atmet durchschnittlich täglich etwa 25920 Mal. über den Atem nehmen wir den wichtigen Sauerstoff, aber auch Prana - Lebensenergie, auf. Durch Streß, Verspannungen, falsche Körperhaltung und schlechte Angewohnheiten atmen die meisten Menschen zu flach. Sie geben so ihrem System zu wenig Sauerstoff und klagen über schnelle Ermüdung. Yoga hilft, wieder zu einer natürlichen Atmung zurückzukehren. Mit speziellen Atemübungen kann die Lebensenergie jederzeit wieder aufgebaut werden. Über Atemtechniken kann man auch Lampenfieber, unberechtigte Ängste, Depression und Reizbarkeit überwinden. Wer regelmäßig Atemübungen macht, bekommt mehr Energie und beugt Müdigkeit vor
Der Sonnengruß ist eine klassische Yogaübung, die aus einer fließenden Abfolge mehrerer Asanas besteht. Die Stellungen im Sonnengruß sind eine Art verehrungsvoller Gruss an die Sonne und als Vorbereitung für die Asanas gedacht.
Asanas sind Körperübungen, bei denen eine bestimmte Stellung eine Zeit lang gehalten wird. Asanas entwickeln auf sanfte Art Muskelstärke, Flexibilität und Körperbewußtsein. Interessant ist, wie schnell man durch Yoga mit nur wenig Anstrengung Fortschritte machen kann. Ein gleichmäßig flexibler Körper mit harmonisch entwickelter Muskelkraft ist auch die Voraussetzung für Gesundheit und Grazie.
Am Ende jeder Yogastunde gibt es eine Tiefenentspannung, die etwa 10-15 Minuten dauert. Dabei liegt man auf dem Rücken und entspannt systematisch alle Teile des Körpers und schließlich auch den Geist. Gerade die Entspannung ist für den modernen Menschen besonders wichtig. In der Entspannung werden Streßhormone abgebaut, das Immunsystem gestärkt, Heilprozesse gefördert, geistige Stärke und Ruhe wiederhergestellt. Vollständige Entspannung kommt nicht einfach so von selbst, sondern muß geduldig und systematisch gelernt werden.